Die Stadt Cassino wurde bereits zwei Tage nach der Anlandung der Alliierten in Italien erstmalig bombardiert. Am 10. September 1943 nahm das Kloster die ersten Flüchtlinge aus der Stadt auf, die durch die Bomben ihr Heim verloren hatten. Alle flüchteten ins Kloster, weil sie dachten, dass es niemand wagen wird, diesen Heiligen Ort zu bombardieren.

1 Mai 2012
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Theodor Diez

Was dieser Bombenangriff angerichtet hatte, die Zahl der Toten, die Zerstörungen, erfuhren wir erst einige Tage später. Die Amerikaner kamen am 24. 4. 45, an dem Tag, als ich mit meinem Vater mit dem Fahrrad von Unterhambach nach Gunzenhausen fahren wollte, um die durch Bombensplitter verursachten Schäden am Dach zu beheben. Die amerikanischen GIs waren eine disziplinierte Truppe. Meine 16 jährige Schwester fungierte gelegentlich als Dolmetscherin.

15 März 2012
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A. Schmorell

Er war der Sohn einer russischen Mutter mit Namen Natalie Vedenskaja, diese wiederum war die Tochter eines orthodoxen Priesters. Sie starb, als Alexander zwei Jahre alt war. Ihr und ihrem Glauben blieb er treu. Alexander Schmorell, geboren 1917 im russischen Orenburg, wurde nach einem Verfahren vor dem Volksgerichtshof am 13.Juli 1943 in Stadelheim hingerichtet.

6 Februar 2012
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E.F. Loginow

Am 13. Juli geriet die ganze Division in Aufregung. General Jewgenij Fedorowitsch Loginow war nicht von seinem Einsatz zurückgekommen. Regimenter bombardierten Truppenkonzentrationen beim Übersetzen über den Don bei Korotojak. Es wurde viel gefeuert, sowohl auf der Erde, als auch in der Luft. Die Ladung eines Großteils der Mannschaften bestand aus Rotationsbomben, die mit Keramikkugeln gefüllt waren, die eine brennbare Mischung enthielten.

1944 entwickelten amerikanische und britische Militärs das Konzept einer «Aktion Donnerschlag», mit der die deutsche Kampfmoral durch den Angriff auf eine bisher unversehrte Großstadt geschwächt werden sollte.Das verbrecherische Bomber Command errechnete im Falle der «hamburgisierung» Dresdens eine Opferzahl von über 200000 Dresdnern und wußte bereits im Vorfeld, daß die unverdeitigte Stadt von Flüchtlingen überfüllt war.

15 November 2011
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Eines Abends, ich war gerade noch im Spaetdienst, brachte mir ein Autofahrer eine russische Zwangsarbeiterin. Sie erwartete ihr neuntes Kind. Ich telefonierte nach Hilfe, doch es war niemand mehr erreichbar. In der Geburtenhilfe hatte ich nur eine theoretische Ausbildung und durfte nur im Notfall Hilfe leisten. Dieses galt fuer mich als Notfall, also handelte ich.

10 September 2011
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Unlaengst fuehrte ich mit einem sehr angesehenen Vertreter der Russischen Auslandskirche ein Gespraech. Er vertrat einen Standpunkt, der mich sehr beeindruckte: „Warum gibt es bei euch soviel Pathos? Warum ist der Krieg, der in der ganzen Welt Zweiter Weltkrieg heiЯt, fьr euch der Grosse Vaterlaendische Krieg? Was ist an ihm so gross?“ Diese Ansicht ist charakteristisch fьr den Westen. Sie hat aber in aehnlicher Form leider auch in unserer Gesellschaft weite Verbreitung gefunden. Nach einiger Ueberlegung entschied ich mich zu folgender Antwort.

Bereits in den ersten Tagen der Besetzung durch Hitler, als auf estlaendischem Territorium Konzentrationslager entstanden, hielt es mein Vater fuer seine Pflicht sie regelmaessig zu besuchen. Die Deutschen hinderten ihn nicht daran. Vater nahm mich als Altardiener und Gehilfen mit. Soviel unertraegliches Leid, koerperliche und seelische Leiden, menschliche Dramen und Tragoedien, die auf einem Fleckchen Erde anzutreffen waren, habe ich nie wieder gesehen.

Priester Alexander

Ebenso war er Mitglied des Vollzugsausschusses dieser Vereinigung. Er fuehrte das Grundbuch der Versammlungen der Vereinigung und – so kann man vermuten –, verfasste alle wesentlichen Dokumente der Vereinigung, zu deren Zielen erklaertermassen die Eroerterung der Frage der „Verbreitung der evangelischen Prinzipien im ganzen Leben des Volkes, die Festigung der sittlichen Autoritaet der Geistlichkeit, die Vereinigung des glaeubigen Volkes in lebendigen gemeindlichen Einrichtungen und die Organisation des erfolgreichen Kampfes gegen das Boese, d.h. die Gottlosigkeit“ gehoerten.

Erzbischof Lukas (Wojno-Jassenetzki)

Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs fiel fuer den 64-jaehrigen Bischof mit der dritten Verbannung zusammen. Er schickte Kalinin ein Telegramm, in dem er schrieb: „In meiner Eigenschaft als Spezialist auf dem Gebiet der septischen Chirurgie kann ich den Soldaten an der Front oder im Hinterland Hilfe leisten, dort, wo es mir anvertraut wird… Nach Beendigung des Krieges bin ich bereit, in die Verbannung zurueckzukehren. Bischof Lukas.“

Tanja Sawitschjewa

Die zwoelfjaehrige Leningraderin Tanja Sawitschjewa hat frueher angefangen ihr Tagebuch zu fuehren, als Anna Frank, das Opfer des Holocaust. Sie waren beinahe altersgleich und schrieben ueber dasselbe Thema – die Schrecken des Faschismus. Beide Maedchen sind ums Leben gekommen, ohne den Sieg miterlebt zu haben: Tanja im Juli 1944, und Anna im Maerz 1945.

22 Dezember 2008
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Sanitaeter waren auf sie gestossen. Sie konnten das Maedchen, das sich Ljuda nannte, kaum von der Leiche trennen. Die ganze Zeit schwieg sie. Nur ihre Schultern zuckten manchmal krampfhaft. In der ersten Zeit hat Ljuda auf keine Fragen geantwortet, erkundigte sich nur, wer sie umgab, und wo ihre Mutti war. Wir haben mit ihr mitgefuehlt, haben sie beruhigt und mitleidig geschluchzt.

1 Dezember 2008
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Ich war in Kriegsgefangenschaft bis April 1945. Das waren die dunkelsten und schwersten Jahre in meinem Leben. Oft befand ich mich an der Grenze zum Tod, nur einen Schritt vom Tod entfernt. Heute bin ich 86 jaehre alt. Ich bin oft krank. Ich bewege mich mit grosser Muehe. Das Ende des Lebens kommt bald. Die Erinnerungen ueber die Erlebnisse in der Kriegsgefangenschaft fallen mir immer noch schwer. Ich werde kurz einige Momente beschreiben.

N.I. Kusmenko

Ich will Ihrer Bitte nachkommen und meine Erinnerungen an die Zeit in der Gefangenschaft aufschreiben. Ab September 1940 diente ich im 6. Artillerieregiment als Soldat der ehemaligen Sowjetarmee, spaeter dann als Sergeant. Mit Beginn des Krieges wurde ich Maschinengewehrschuetze. Unseren sowjetischen Kom­mandeuren hatten wir zu verdanken, dass unser gesamtes Regiment im Sep­tember 1942 im besetzten Gebiet einge­kesselt wurde.

Ich, Nikolaj Iwanowitsch Djatschenko, geboren 1921, wurde am 19. Juni 1941 in die Armee einberufen. Auf den Krieg traf ich an der Grenze zu Polen. Am 29. Juli 1941 kam ich bei der Stadt Minsk in Gefangenschaft und wurde in das polnische Lager Ostroew Mazowiecka gebracht, wo ich mich zwei Monate lang befand. Besondere Erinnerungen an den Aufenthalt in dem Lager sind mir keine geblieben, da es ein Durchgangslager war.

G.P.Donskoj

Der Kommandant des Repatriierungslagers war ein amerikanischer Offizier. Auf unsere Bitte, uns so schnell wie moeglich nach Hause zu schicken, antwortete er: «Keine Eile! Sibirien ist gross, es hat Platz genug fuer alle.« Wie recht er hatte! Doch uns zog es nach Hause, in die Heimat! Wir alle wussten, dass man uns nicht streicheln wuerde, trotz allem fuehlten wir eine soldatische Schuld.

19 September 2008
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Iraida Vassiljevna Starikova

Als ich Stepan Andrejewitsch zum ersten Mal sah, war er schon kein bettlaegeriger Kranker mehr, er konnte sich schon allmaehlich bewegen, nur aus dem Krankensaal kam er noch nicht. Und einmal wurde ich gebeten, ihm Buecher zu bringen. Als man ihn fragte, welches Buch er moechte, antwortete er: — Shakespeare. In der Bibliothek gab es keinen Shakespeare, aber ich hatte mein eigenes Buch, riesig dick, mit grauem Einband, das ich – stellen Sie sich vor, wie dumm – oft mitnahm.

5 September 2008
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Fuer das Kommando war es besonders wichtig, diese Bruecke zu zerstoeren, weil sie ein Teil der Nachschubmagistrale fuer die deutschen Truppen war. Der Befehl lautete: Die Bruecke ist unter allen Umstaenden zu sprengen. Unsere Partisanenabteilung hatte sich der Bruecke zuerst von der rechten, dann von der linken Seite zu naehern versucht, aber es hatte uns nichts gebracht als grosse Verluste.

12 Juli 2008
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übersetzt von Kisseljowa Valeria

Als ich bei der Menge ankam, sah ich das Haus von Zoepfchen nicht. Da war weder das Haus, noch der Zaun, noch die Scheune, noch die Toilette, noch die Baeume, die um das Haus herum standen. Die Menschenmenge stand dichtgedraengt. Aufgerichtet konnte ich nicht durchkommen, deshalb bueckte ich mich und versuchte, mich zwischen den Leuten durchzuschlaengeln. Die Vordersten standen am Rande eines Granattrichters. Wenn zwei Erwachsene sich im Trichter aufeinander stellten, so blieben sie immer noch unter der Erdoberflaeche.

Es begab sich zu unserer Zeit, im Jahr 1941, waehrend des Grossen Vaterlaendischen Krieges. In einem Dorf bei Sergiev Posad [eine Stadt im Moskauer Gebiet, die durch das St. Sergius-Dreifaltigkeits-Kloster bekannt ist - Anm. d. Ue.] lebte eine fromme Familie. Der Sohn Sergej hatte die Schule absolviert und ueberlegte, was er weiter studieren sollte. Aber im Juni begann der Krieg, und er wurde zum Wehrdienst einberufen.

3 November 2007
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