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Frauen im Krieg
Eine Bekanntschaft im Lazarett
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| Iraida Vassiljevna Starikova | Als ich Stepan Andrejewitsch zum ersten Mal sah, war er schon kein bettlaegeriger Kranker mehr, er konnte sich schon allmaehlich bewegen, nur aus dem Krankensaal kam er noch nicht. Und einmal wurde ich gebeten, ihm Buecher zu bringen. Als man ihn fragte, welches Buch er moechte, antwortete er:
- Shakespeare.
In der Bibliothek gab es keinen Shakespeare, aber ich hatte mein eigenes Buch, riesig dick, mit grauem Einband, das ich – stellen Sie sich vor, wie dumm – oft mitnahm.
Sep 5, 2008, 09:00 Iraida Vassiljevna Starikova, uebersetzt von Julia Lebedeva
Krieg zu Lande
Die Bruecke
Fuer das Kommando war es besonders wichtig, diese Bruecke zu zerstoeren, weil sie ein Teil der Nachschubmagistrale fuer die deutschen Truppen war. Der Befehl lautete: Die Bruecke ist unter allen Umstaenden zu sprengen. Unsere Partisanenabteilung hatte sich der Bruecke zuerst von der rechten, dann von der linken Seite zu naehern versucht, aber es hatte uns nichts gebracht als grosse Verluste. Jul 12, 2008, 09:00 uebersetzt von Valeria Kisseljowa.
Krieg zu Lande
Zoepfchens Tod
Als ich bei der Menge ankam, sah ich das Haus von Zoepfchen nicht. Da war weder das Haus, noch der Zaun, noch die Scheune, noch die Toilette, noch die Baeume, die um das Haus herum standen. Die Menschenmenge stand dichtgedraengt. Aufgerichtet konnte ich nicht durchkommen, deshalb bueckte ich mich und versuchte, mich zwischen den Leuten durchzuschlaengeln. Die Vordersten standen am Rande eines Granattrichters. Wenn zwei Erwachsene sich im Trichter aufeinander stellten, so blieben sie immer noch unter der Erdoberflaeche. Jan 19, 2008, 09:00 Generaloberst Jevgenij Alexandrovitsch Sosnovskij , uebersetzt von Maria Pritvorova
Die Russisch-Orthodoxe Kirche in der Kriegszeit
Die unbesiegbare Waffe
Es begab sich zu unserer Zeit, im Jahr 1941, waehrend des Grossen Vaterlaendischen Krieges. In einem Dorf bei Sergiev Posad [eine Stadt im Moskauer Gebiet, die durch das St. Sergius-Dreifaltigkeits-Kloster bekannt ist - Anm. d. Ue.] lebte eine fromme Familie. Der Sohn Sergej hatte die Schule absolviert und ueberlegte, was er weiter studieren sollte. Aber im Juni begann der Krieg, und er wurde zum Wehrdienst einberufen. Nov 3, 2007, 09:00 Savva Jamschtschikow, uebersetzt von Maria Pritvorova
Krieg zu Lande
"In Stalingrad ist mein buergerliches Leben verbrannt"
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| Gerhard Dengler | Gerhard Dengler erlebte die Schlacht um Stalingrad als Hauptmann. In der aussichtslosen Lage im Kessel entschliesst er sich, sich der Roten Armee zu ergeben. Aug 5, 2007, 09:00 Gerhard Dengler
Publizistik
Erlebnisse im 3. Reich
Sie sassen oft im Sommer am Fluss und hatten ein kleines Kofferradio, mit dem sie die streng verbotene Swingmusik hoerten. Diese Musik durfte man kurz vor und waehrend des 2. Weltkriegs nicht hoeren, weil sie aus Amerika kam. Immer wenn sie hoerten, dass jemand kam oder sie ein Schiff hoerten, haben sie schnell die Musik ausgemacht und das Radio versteckt. Eines Tages wurde jedoch ein Freund von ihr dabei erwischt und sofort ins KZ gebracht. Jul 25, 2007, 09:00 Dieser Eintrag stammt von Julia Kuemmel
Frauen im Krieg
Kriegserlebnis einer Saeuglingskrankenschwester
Eines Abends, ich war gerade noch im Spaetdienst, brachte mir ein Autofahrer eine russische Zwangsarbeiterin. Sie erwartete ihr neuntes Kind. Ich telefonierte nach Hilfe, doch es war niemand mehr erreichbar. In der Geburtenhilfe hatte ich nur eine theoretische Ausbildung und durfte nur im Notfall Hilfe leisten. Dieses galt fuer mich als Notfall, also handelte ich. Jun 14, 2007, 09:00 Dieser Eintrag stammt von Hildegard Kramer
Krieg zu Lande
Es war bei Gomel
Ich werde ein wenig vorgreifen, doch das, was mir soeben in den Sinn kam, ist meines Erachtens sehr wichtig. Je laenger der Krieg dauerte, desto klarer wurde uns bewusst, dass die Unzulaenglichkeit der Technik nicht einfach daran hinderlich war, seine Arbeit zu tun, sondern die Gefahr um ein Vielfaches vergroesserte... Jan 25, 2007, 09:00 Verfasser M.Poselskij, übersetzt von Natalia Poludenko
Frauen im Krieg
Katja Kravcova
Saveljev stand langsam auf, ging ruhig zur Tuer, drehte den Schluessel um und steckte ihn in die Tasche.
„Im Haus gegenueber feiert man. Lass sie mal! Das hat noch Zeit ... “
Katja sprang auf. Das Blut stieg ihr zu Kopfe: Ist es das, was er will? Kann das denn sein?? Kaum war ihr dieser Gedanke durch den Kopf geschossen, als Saveljev sie mit beiden Armen von hinten her umarmte, sie fuehlte seinen warmen Atem auf ihrem Hals.
„Lass mich!“, schrie sie sich losreissend auf. Jan 11, 2007, 00:48 Verfasser Kravcova N.F., uebersetzt von Maria Pritvorova
Leningrader Blockade
Am Morgen
Um sieben Uhr werde ich von meiner Mutter geweckt. So eine Qual – draussen hat es 30 Grad minus, im Zimmer ist es nur wenig waermer: in der Nacht sind die letzten Waermereste abgekuehlt. Brennholz gibt es bei uns schon laengst nicht mehr; genauso steht’s uebrigens bei allen anderen. Jan 6, 2007, 09:00 E. Fonjakova, übersetzt von Natalia Poludenko
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